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Gerade in Zeiten klammer Haushaltskassen und einer unsicheren gesamtwirtschaftlichen Lage verändert sich wieder die Art und Weise, wie die Menschen ihren Urlaub genießen. Nur weil es einem Haushalt finanziell schlechter geht als in den Jahren davor, bedeutet dies nicht gleichzeitig, daß auf Urlaub verzichtet wird. Der Urlaub genießt bei den Deutschen nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert und - wie empirische Untersuchungen immer wieder aufs neue belegen - es wird lieber an anderen Stellen gespart, als an der „schönsten Zeit des Jahres“.
Gleichwohl aber ändert sich das Urlaubsverhalten, genauer gesagt die Art der Destinationswahl. In schlechteren Zeiten verzichtet man gerne mal auf kostspielige Fernreisen. Deutschland und Deutschland nahe Destinationen sind wieder gefragter, und außerdem wird später und spontaner gebucht. Ein Bereich, der davon profitieren könnte, sind die sogenannten Ersatz-Destinationen. Der Begriff Ersatz-Destination hat sich erst in den letzen Jahren etabliert. Gemeint waren und sind die sogenannten „künstlichen Destinationen“. Unter künstlichen Destination versteht man ganz allgemein veränderte, natürliche Areale oder komplett kreierte, künstliche Räume, die dazu geschaffen wurden, Besucher durch spezielle Angebote und Attraktionen zu einem mehrtägigen Aufenthalt zu animieren. Künstliche Destinationen wurden anfänglich auch despektierlich als „Nicht-Destinationen“ bezeichnet und erst später wandelte sich die Bezeichnung zur Ersatz-Destination. Ersatz-Destinationen versuchen oftmals eine strukturschwache Region, die nur über geringes Potential als eigenständige Destination verfügt, freizeit-touristisch aufzuwerten und zu stärken.
Vor allem freizeitwirtschaftlich orientierte Unternehmen, und hier wiederum besonders die Freizeitparks, haben sich auf das Thema Ersatz-Destination gestürzt, bietet es doch die Möglichkeit ein neues Gästepotential zu erschließen, welches zwar urlaubswillig ist, aber nicht weit reisen möchte trotzdem aber neues - erlebnisversprechendes - sucht. Doch nicht alle Freizeitparks eignen sich zur Ersatz-Destination. Während die als Sportparks positionierten Freizeitparks - und hier vornehmlich Ferienparks, Badeparks oder Parks mit einem Centerpark ähnlichen Konzept - noch am ehesten einen mehrtägigen Urlaub offerieren können, bleibt für Erlebnisparks - sofern Hotelkomplexe angeschlossen sind - die Positionierung als Kurzreise-Ersatz-Destination, um die Gäste ein oder zwei Nächte an sich zu binden. Sobald Freizeitparks über das Potential verfügen um sich zur (Kurzreise-)Ersatz-Destination zu entwickeln, steigt auch die Zahl der Besucher aus entfernteren Gegenden. Daher kann sich eine Investition in angeschlossene Hotels lohnen, da so nicht nur zusätzliche Einnahmen durch Eintritte generiert werden können, sondern auch durch Kost und Logis in den angegliederten Hotels.
Die wesentliche Idee, die hinter der Entwicklung zur Kurzreise-Ersatz-Destination steht, ist es, die Besuchszeiten zu verlängern, um dadurch die Besucher länger an den Park zu binden und deren Konsumausgaben zu erhöhen. Dies führt zu steigenden Umsätzen des Parks, weil vermehrte Ausgaben für Verpflegung, Souvenirs oder Hotelübernachtungen anfallen. Die Kombination aus Erlebnishunger, dem Ausbrechen aus dem Alltag, der perfekten heilen Welt, dem steigenden Trend nach Kurzreisen sowie der Konsum- und Einkaufslust scheinen heute in perfekter Weise die Bedürfnisse einer immer erlebnisorientierteren Gesellschaft zu befriedigen.
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